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UNESCO-Bergbau-Welterbestätten — eine Weltreise

Seit den 1980er Jahren wachsen die Bergbau-Eintragungen in die UNESCO-Welterbeliste zu einem eigenen, dichten Netz. Kohle, Kupfer, Silber, Quecksilber, Schiefer, Salz: kaum eine Lagerstättenkategorie fehlt. Diese kommentierte Liste ist als Reiseinspiration gedacht — alle Stätten kann man besuchen, viele in einer einzigen langen Bergbau-Tour kombinieren.

Wieliczka und Bochnia (1978)

Polnische königliche Salzbergwerke aus dem 13. Jahrhundert — unter den ersten Kultureinträgen überhaupt.

Røros (1980)

Eine norwegische hölzerne Kupferbergstadt mit Schmelzhüttenruinen und kulturhistorisch geprägter Umgebung.

Potosí (1987)

Der bolivianische Silberberg. Seit 2014 auf der Liste des „Welterbes in Gefahr" wegen der fortgesetzten Förderung.

Rammelsberg & Goslar (1992)

Ein tausendjähriges polymetallisches Erzbergwerk und eine mittelalterliche Kaiserpfalz-Stadt in Deutschland.

Las Médulas (1997)

Römische Goldarbeiten in der Provinz León, Spanien — außerordentliche Spuren des „Ruina Montium"-Hydraulikverfahrens.

Hallstatt-Dachstein (1997)

Österreichische Salzlandschaft mit dem ältesten Salzbergwerk der Welt — über 7.000 Jahre alt.

Diamantina und Ouro Preto (Brasilien, 1980er–1990er)

Brasilianische Kolonialstädte des Gold- und Diamantenbergbaus, beide in den 1980er und 1990er Jahren eingetragen.

Zollverein (2001)

Die Bauhaus-geprägte Ruhrgebiets-Zeche in Essen — eines der ikonischen Industriedenkmäler der Welt.

Blaenavon (2000)

Die südwalisische Kohle- und Eisen-Landschaft einschließlich Big Pit, einer voll funktionsfähigen Besucherzeche.

Sewell (2006)

Die chilenische Kupferbergstadt „der Treppen" über El Teniente — eine reine Bergmannssiedlung ohne Straßen.

Cornwall and West Devon (2006)

Die vollständige Zinn- und Kupferlandschaft Cornwalls mit Maschinenhäusern, Häfen und Arbeitersiedlungen.

Bergbauregion Nord-Pas-de-Calais (2012)

Die französische Kohlenbergbau-Landschaft mit 51 Halden, 21 Fördergerüsten und den begleitenden Bergarbeitersiedlungen.

Almadén und Idrija (2012)

Gemeinsame Inschrift der beiden großen historischen Quecksilberproduzenten Europas.

Erzgebirge / Krušnohoří (2019)

Die grenzüberschreitende deutsch-tschechische Bergbaulandschaft — 800 Jahre Silber-, Zinn- und Uranbergbau.

Sawahlunto (2019)

Eine niederländische Kolonial-Kohlenstadt in West-Sumatra — der weniger bekannte tropische Eintrag.

Slate Landscape of North-West Wales (2021)

Walisische Schieferbrüche — anderer Rohstoff, aber dasselbe Muster einer Industrielandschaft.

Roșia Montană (2021)

Römische Goldarbeiten in den Apuseni-Bergen Rumäniens, eingetragen nach einer langen zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung um geplanten Goldabbau.

Huancavelica (2024)

Die spanisch-koloniale Quecksilberquelle für das Potosí-Silber — neueste Erweiterung der Quecksilber-Inschrift.

Auf der Karte erkunden

Alle UNESCO-Bergbaustätten finden Sie auf der interaktiven Karte, mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.