Die zehn wichtigsten Bergwerke Chinas: Vom Bronzekupfer zur modernen Kohle
Das chinesische Bergbau-Erbe spannt sich über mehrere Jahrtausende: Von den bronzezeitlichen Kupfergruben in Tonglushan über die mittelalterlichen Quecksilberreviere Guizhous bis hin zu den modernen Kohlestädten von Shanxi. Anders als in Europa wurde nicht jeder dieser Standorte zum offen besuchbaren Museum — doch die zehn folgenden lassen sich tatsächlich besichtigen oder zumindest seriös einsehen.
Tonglushan, Hubei
Eine bronzezeitliche Kupfermine, in Betrieb seit etwa 1200 v. Chr. Die hier erhaltenen tiefen Schachtanlagen gehören zu den ältesten der Welt — Holzverstrebungen, Wasserführungssysteme und einfache Leitern sind unter Tage zu sehen. Heute Museum mit angegliedertem Forschungsbetrieb.
Zinngruben von Gejiu (Yunnan)
Die historischen Zinngruben Südchinas mit Gejiu als Zentrum. Die Stadt selbst lebt seit Jahrhunderten vom Zinn; einige Schaubergwerke ermöglichen den Einstieg in das Yunnaner Bergbaugeflecht.
Datong-Kohlekulturpark (Shanxi)
Eine umgebaute Datonger Kohlenzeche mit Untertagetouren und einem Kohle-Zivilisations-Museum. Datong war jahrzehntelang das Herz des chinesischen Kohlebergbaus; heute thematisiert man auch die Folgen — Lungenkrankheiten, Setzungen, Umweltschäden.
Fushun-West-Tagebau (Liaoning)
Einst der größte Kohletagebau Asiens, mittlerweile stillgelegt und teilweise als Aussichtsplattform zugänglich. Der Krater ist gewaltig — und ein gutes Lehrstück für die ökologische Wirklichkeit des chinesischen Kohlenausbaus.
Kaiping-Steinkohlemine (Hebei)
Die 1878 in Tangshan eröffnete Mine gilt als die erste moderne Kohlemine Chinas. Heute Museum mit Originalfördergerüst und Werkzeugen aus den frühen Industrialisierungsjahren.
Dexing-Kupfermine (Jiangxi)
Ein aktiver Kupfertagebau, der größte Chinas. Eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform erlaubt einen Blick in die Anlage von außen; der Betrieb selbst ist nicht öffentlich.
Quecksilberbergwerke Wanshan (Guizhou)
Die historische „Quecksilber-Hauptstadt Chinas", 2002 geschlossen und seitdem als nationaler Bergbau-Park zugänglich. Die alten Stollen werden derzeit denkmalpflegerisch gesichert; eine UNESCO-Bewerbung läuft.
Eisenmine Anshan (Liaoning)
Das historische Eisen-Herz Nordostchinas, mit einem Stahl- und Bergbau-Museum, das die Verbindung von Eisenerz und Stahlproduktion in Nordostchina beleuchtet. Die Stadt selbst ist eine Bergbau-Stadt im klassischen Sinne.
Nickel- und Kupfermine Jinchang (Gansu)
Eine moderne Mega-Mine, deren Stadt sich vollständig um die Förderung herum entwickelt hat. Touristischer Zugang ist eingeschränkt, doch das angegliederte Museum vermittelt einen ehrlichen Eindruck.
Tongling-Nationaler Bergbau-Park (Anhui)
Sechsundzwanzig Jahrhunderte Kupferbergbau in einer einzigen erhaltenen Landschaft — von der bronzezeitlichen Hochkultur bis zur Volksrepublik. Das verbindet Tongling mit Tonglushan zu einem chinesischen Kupfer-Korridor, der weltweit seinesgleichen sucht.
Praktische Hinweise
Reisen zu chinesischen Bergbaustandorten verlangen Vorbereitung: Visa, oft Voranmeldung bei den Museen, und in einigen Provinzen weiterhin Sondergenehmigungen. Die meisten Tafeln und Führungen sind chinesisch; in den großen Standorten (Tongling, Datong) gibt es englische Audioguides. Die Distanzen zwischen den Standorten sind erheblich — drei bis vier Tage pro Region sind realistisch.
Vom Lesen zum Planen
Alle hier genannten chinesischen Bergwerke sind auf der interaktiven Karte verzeichnet, mit Angaben zur Erreichbarkeit und zum aktuellen Status.