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Die zehn wichtigsten Bergwerke Brasiliens: Vom Goldenen Barock zum Carajás-Eisen

Die brasilianische Bergbau-Geschichte wird von zwei Schichten geprägt. Die ältere ist die des kolonialen Goldzyklus in Minas Gerais — barocke Bergstädte, die Lissabon einst reicher machten als jede andere europäische Hauptstadt. Die jüngere ist die der Mega-Tagebaue im Norden: Carajás, Serra Pelada, die Eisenvorkommen, die heute zum Großteil über Vale exportiert werden. Beide Schichten kann man besuchen.

Ouro Preto (UNESCO)

Eine barocke koloniale Goldstadt, 1980 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die Mina do Chico Rei und die Mina da Passagem sind direkt am Stadtrand zugänglich; die Altstadt selbst, mit Kirchen von Aleijadinho, ist ein Freiluftmuseum des portugiesischen Barock.

Mina da Passagem, Mariana

Eine Goldmine aus dem 17. Jahrhundert in Minas Gerais. Sie gilt als die größte für den Publikumsverkehr zugängliche Goldgrube der Welt: Eine schiefe Förderbahn senkt die Besucher 120 Meter in die Tiefe ab, vorbei an mit Bergmännern beschnitzten Holzbalken aus drei Jahrhunderten.

Diamantina (UNESCO)

Eine koloniale Diamantenstadt, 1999 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Mit einem mineralogischen Museum und einem Netz von Garimpo-Wanderwegen im Umland, auf denen die früheren handwerklichen Diamantenschürfer ihre Spuren hinterlassen haben.

Mina do Chico Rei, Ouro Preto

Benannt nach einem versklavten afrikanischen König, der mit dem Gold aus genau dieser Strecke seine eigene Freiheit und die vieler anderer kaufte. Die Geschichte des brasilianischen Goldbergbaus ohne die Sklaverei zu erzählen wäre eine Lüge — Chico Rei zeigt sie offen.

Eisenerz-Mine Carajás (Pará)

Vales Vorzeige-Tagebau im Amazonasgebiet — das größte einzelne Eisenerzvorkommen der Welt. Touristischer Zugang ist sehr begrenzt, doch die Dimension prägt das gesamte moderne brasilianische Bergbauverständnis: rund 150 Millionen Tonnen Förderung pro Jahr.

Memorial Serra Pelada (Pará)

Der berüchtigte Goldrausch der 1980er Jahre, festgehalten in den Fotografien Sebastião Salgados: Zehntausende von Männern, die Eimer für Eimer aus einem riesigen offenen Krater holten. Heute ist die Grube geflutet — ein See, ein Memorial, ein kollektives Gedächtnis.

Sabará (Minas Gerais)

Eine kleine barocke Goldstadt nahe Belo Horizonte mit dem Museu do Ouro und mehreren Kirchen, deren vergoldete Schnitzereien sich noch heute wie eine Probebühne für Ouro Preto lesen lassen.

Lavras do Sul (Rio Grande do Sul)

Ein Gold- und Kupferfeld aus dem 18. Jahrhundert mit erhaltenen Tagebaubruchstellen. Weit abseits der Touristenrouten — und genau das macht den Besuch lohnend.

Goiás Velho (UNESCO)

Eine koloniale Goldstadt im Zentralbrasilien, 2001 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. Architektonisch ähnlich wie Ouro Preto, aber stiller, weniger besucht, mit einer eigenen Schönheit.

Nickelreviere Minaçu und Niquelândia (Goiás)

Der zentralbrasilianische Nickelkorridor, mit einem kleinen, aber sehr aufschlussreichen lokalen Museum, das den industriellen Bergbau des 20. Jahrhunderts ergänzt.

Reisen in Brasilien

Eine Goldzyklus-Route führt durch Minas Gerais: Belo Horizonte als Ausgangspunkt, dann Ouro Preto, Mariana, Sabará, Tiradentes und Diamantina. Drei bis fünf Tage, gut mit Mietwagen befahrbar. Die Amazonas-Standorte (Carajás, Serra Pelada) verlangen Flugzeuge und Vorabgenehmigungen.

Weiter entdecken

Alle hier genannten brasilianischen Standorte sind auf der interaktiven Karte verzeichnet — die Goldzyklus-Städte als dichter Cluster, die Mega-Minen weit verstreut im Norden.