Die zehn wichtigsten Bergwerke Österreichs: Alpensalz und Tiroler Silber
Österreichs Bergbau-Geschichte beginnt nicht erst im Mittelalter, sondern reicht zurück in die Hallstattzeit der Eisenzeit — das älteste durchgängig bezeugte industrielle Bergbauwesen der Welt. Salz, Silber, Eisen und Graphit haben den Alpenraum geprägt, und bis heute lassen sich die meisten dieser Stätten unter Tage besichtigen. Die folgenden zehn Standorte zeigen die ganze Bandbreite.
Salzwelten Hallstatt (Oberösterreich)
Das älteste Salzbergwerk der Welt, seit über 7000 Jahren in Betrieb. Die Führung umfasst die mit 64 Metern längste Bergmannsrutsche und führt direkt zu den archäologischen Funden, die der gesamten europäischen Eisenzeit ihren Namen gaben. Die Lage am Hallstätter See ist ohnehin Welterbe.
Salzwelten Salzburg (Dürrnberg)
Ein keltisches und mittelalterliches Salzbergwerk auf der Salzburger Seite des Grenzkamms. Höhepunkt ist die Floßfahrt über einen unterirdischen Solesee. Wer Bayerisch-Salzburger Geschichte verstehen will, kommt am Dürrnberg nicht vorbei.
Silberbergwerk Schwaz (Tirol)
Im 16. Jahrhundert die größte Silbergrube Europas. Heute trägt einen die Grubenbahn 800 Meter in den waagerechten Stollen, von dort geht es weiter in die historischen Erzkammern. Das Schwazer Silber finanzierte über die Fugger das habsburgische Weltreich.
Schaubergwerk Mauterndorf (Lungau)
Ein kleines Silberbergwerk mit erhaltener wasserradgetriebener Pochanlage. Keine große Inszenierung — gerade deshalb lehrreich und eine schöne Ergänzung zu den großen Häusern.
Steirischer Erzberg (Steiermark)
Mitteleuropas größter Eisenerztagebau, ausgehauen als gestufte Pyramide. Besucher fahren im 110-Tonnen-Hauly bis zur Pitsohle hinab — die Förderung läuft parallel weiter, die Touren werden um die aktiven Abbauflächen herumgeführt.
Schaubergwerk Hochbärneck und Pyhrgas
Graphitbergwerke im Toten Gebirge, in denen man im Speläologen-Overall durch enge Gänge kriecht. Sportlich, eng, körperlich anstrengend — nichts für Anfänger, aber ein eigenes Genre.
Terra Mystica und Terra Montana, Bad Bleiberg
Die Blei-Zink-Gruben Kärntens, mit der einzigen noch betriebsfähigen Mini-Grubenbahn Österreichs. Direkt gegenüber im Tal liegt das Schwesterbergwerk — eine ganze Bergwerks-Doppeltour an einem Nachmittag.
Salzwelten Altaussee (Salzkammergut)
Das Ausseer Salzbergwerk, berühmt als Versteck der von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerke des zweiten Weltkriegs. Die Salzkammern gehören zu den akustisch stillsten Räumen Europas — das hört man tatsächlich.
Knappenwelt Gurgltal (Tarrenz, Tirol)
Ein Freilichtmuseum, das das Leben eines Tiroler Knappendorfes der frühen Neuzeit rekonstruiert. Schmiede, Pochwerk, Wäsche, Knappenhütten — alles in Betrieb und durchgängig zu besichtigen.
Wolfsegg-Traunthaler Kohlewerks-Museum (Oberösterreich)
Ein Standort zum Braunkohlebergbau, der die weniger bekannte Seite der österreichischen Bergbau-Geschichte erzählt. Klein, gut gepflegt, abseits der Touristenpfade.
Routen und Vorbereitung
Die zehn Stätten verteilen sich auf alle Bundesländer. Eine sinnvolle Salz-Woche kombiniert Hallstatt, Dürrnberg, Altaussee und das bayerische Bad Reichenhall. Für jede Einfahrt sollte man eine halbe Bergwerks-Tour einplanen — und einen warmen Pullover. Unter Tage herrschen ganzjährig 8 bis 12 Grad.
Alles auf der Karte
Alle hier genannten Stätten finden Sie auf der interaktiven Karte, mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.