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Die zehn wichtigsten Bergwerke Deutschlands: Ruhrkohle und sächsisches Silber

Deutschlands Bergbau-Erbe spannt sich vom Ruhrgebiet im Westen bis ins sächsische Erzgebirge im Osten — ein Bogen über tausend Jahre europäischer Industriegeschichte. Drei Welterbe-Inschriften (Rammelsberg, Zollverein, Erzgebirge), eine 1765 gegründete Bergakademie und Hunderte erhaltener Schächte und Stollen machen das Land zum dichtesten Bergbau-Reiseziel Europas. Die folgenden zehn Stätten setzen Eckpunkte.

Zeche Zollverein, Essen (UNESCO)

Die seit 2001 als UNESCO-Welterbe geschützte Steinkohlenzeche und ihre Kokerei gelten als die schönste Zeche der Welt. Doppelbock-Fördergerüst Schacht XII, errichtet 1932 nach Plänen von Fritz Schupp und Martin Kremmer, ist die Ikone des Bauhaus-Industrialismus. Heute Sitz des Ruhr Museums, des RED DOT Design Museums und Drehscheibe des Strukturwandels.

Rammelsberg, Goslar (UNESCO)

Tausend Jahre durchgängiger Erzbergbau am Fuß des Harzes, 1992 zusammen mit der mittelalterlichen Stadt Goslar in das Welterbe eingetragen. Die Anlage ist vollständig erhalten, vom Pochwerk bis zu den Original-Fördermaschinen des 19. Jahrhunderts.

Freiberg, Sachsen (Reiche Zeche)

Die Reiche Zeche ist die Lehrgrube der TU Bergakademie Freiberg — der ältesten Bergbau-Hochschule der Welt, gegründet 1765. Besucher fahren in echte sächsische Silbergänge ein, die seit dem 12. Jahrhundert befahren werden.

Salzbergwerk Berchtesgaden (Bayern)

Eine bayerische Salzgrube, seit 1517 ununterbrochen in Betrieb. Holzrutschen, Floßfahrt über den Spiegelsee und Salzlichter machen es zu einer der familienfreundlichsten Bergwerks-Touren Deutschlands.

Markus-Röhling-Stolln, Annaberg

Eine Silberstollen im sächsischen Erzgebirge, seit 2019 Teil des UNESCO-Welterbes „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří". Bootsfahrt unter Tage auf 50 Meter Tiefe.

Zeche Nachtigall, Witten

Eine der ältesten Steinkohlen-Zechen des Ruhrgebiets, direkt an der Ruhr gelegen. Sie zeigt den Übergang vom Stollenbergbau zum Tiefbau — eine seltene archäologische Schicht der Industrialisierung.

Kaiser-Wilhelm-Stollen, Clausthal-Zellerfeld

Silber-Blei-Stollen des Oberharzes mit einem Wasserrad-System des 19. Jahrhunderts, das noch heute funktioniert. Herzstück der Oberharzer Wasserwirtschaft, ebenfalls UNESCO-geschützt.

Salzbergwerk Bad Reichenhall

Bayerische Alpensaline, die seit zweieinhalb Jahrtausenden Salz produziert. Die Alte Saline und die Sole-Fahrt sind die Höhepunkte; bis heute liefert das Bergwerk die Sole für die örtlichen Heilbäder.

Schacht Asse, Niedersachsen

Ein Salz- und Eisenbergwerk aus dem Kalten Krieg, später Forschungsendlager für radioaktive Abfälle — die ernüchterte Seite des modernen Bergbau-Erbes. Besuche sind nur im Forschungsmodus möglich, nicht als klassischer Tourismus.

Reiche Zeche & Alte Elisabeth (Freiberg)

Die Zwillingsschächte Freibergs, heute Lehr- und Besuchergruben. Eine originalgetreu erhaltene Dampfmaschine von 1849 läuft bei Vorführungen noch immer.

Routen und Vorbereitung

Drei thematische Routen ergänzen sich: Ruhr (Zollverein, Nachtigall, Deutsches Bergbau-Museum Bochum), Harz (Rammelsberg, Clausthal, Oberharzer Wasserwirtschaft) und Erzgebirge (Freiberg, Annaberg, Schneeberg). Jede Tour dauert drei bis vier Tage; alle zusammen ergeben eine zehntägige große Bergbau-Reise durch Deutschland.

Wohin zuerst?

Alle hier genannten Stätten sind auf der interaktiven Karte verzeichnet, mit Öffnungszeiten und Hinweisen zur Barrierefreiheit.