← Zurück zum Blog

Top 10 Bergwerke in Schweden

Schweden ist eine der bergbaureichsten Nationen Europas: Das Land produziert Eisenerz, Kupfer, Zink und Silber in erheblichem Maßstab. Die schwedische Bergbautradition reicht ins Mittelalter zurück; Falun finanzierte Schwedens Großmachtstatus im 17. Jahrhundert.

1. Falun Kupfermine, Dalarna (UNESCO)

Die Falun-Kupfermine ist seit 2001 UNESCO-Welterbe und war jahrhundertelang eine der wichtigsten Kupferquellen Europas. Kupfer, Untertage und Tagebau, aktiv ca. 1000–1992, heute Besucherbergwerk. Im 17. Jahrhundert lieferte Falun rund zwei Drittel des europäischen Kupferbedarfs; der Erlös finanzierte die schwedischen Armeen im Dreißigjährigen Krieg. Das Besucherbergwerk Falun Mine bietet geführte Untertagentouren; das Museum zeigt die Geschichte der Stora Kopparberget, der ältesten noch bestehenden Aktiengesellschaft der Welt (Urkunde von 1288).

2. Kiruna Eisenerzmine (LKAB)

Kiruna in Nordschweden ist die weltgrößte Eisenerzmine nach Volumen. Eisenerz, Untertage (nach Übergang von Tagebau), aktiv seit 1899, Betreiber: LKAB (staatlich). Die Mine produziert jährlich ca. 28 Millionen Tonnen Eisenerz. Seit den 2000er Jahren sinkt der Untergrund der Stadt Kiruna durch Bergbauerschütterungen; das gesamte historische Stadtgebiet wird schrittweise 3 Kilometer nach Osten verlegt — ein beispielloser urbanistischer Vorgang. Das Kiruna Mine Visitor Center und Untertagetouren sind buchbar.

3. Sala Silberbergwerk (Västmanland)

Die Sala-Silbermine wurde 1510 entdeckt und von 1522 bis 1908 aktiv betrieben; die Mine ist in ihrem Originalzustand nahezu vollständig erhalten. Silber, Blei, Zink, Untertage, heute Besucherbergwerk. Schweden produzierte hier Silber für die Reichsmünze; die erhaltenen Förderwerke und Schmelzhütten aus dem 16.–18. Jahrhundert sind von außergewöhnlicher Qualität. Ein einzigartiges Besuchsangebot: Übernachtung in einem unterirdischen Hotelzimmer auf 55 Meter Tiefe bei konstanten 3°C.

4. Långban (Värmland)

Långban ist einer der mineralogisch bedeutendsten Fundorte der Welt: Über 80 Minerale wurden hier erstmals beschrieben, darunter Långbanit, Richterit und Manganosit. Mangan, Eisen, Silber, Blei, Zink, Untertage, aktiv 1640–1972, heute Mineralien-Fundort. Das Långban Mines Museum zeigt die außergewöhnliche Mineraliensammlung; die alten Stollen sind für Mineraliensammler zugänglich.

5. Garpenberg, Dalarna (Boliden)

Garpenberg ist eine der ältesten noch aktiven Silber-Zink-Blei-Minen Schwedens (Abbaubelege ab 1281); Betreiber: Boliden AB. Silber, Zink, Blei, Untertage, aktiv. Die Lagerstätte wird auf über 1.000 Meter Tiefe abgebaut; Garpenberg gilt als eine der technologisch fortschrittlichsten Minen der Welt.

6. Aitik Kupfer, Gällivare (Boliden)

Aitik ist einer der größten Kupfer-Gold-Silber-Tagebaue Europas: 3,5 Kilometer lang, 1,9 Kilometer breit, 450 Meter tief. Kupfer, Gold, Silber, Tagebau, aktiv seit 1968, Betreiber: Boliden. Produktion ca. 80.000 Tonnen Kupfer jährlich. Die Besucherplattform am Grubenrand ist zugänglich; geführte Touren sind buchbar.

7. Pajala Eisenerz (Norrbotten)

Pajala nahe der finnischen Grenze wurde in den 2010er Jahren als neue Eisenerzregion erschlossen; Northland Resources meldete 2014 Insolvenz an, bevor die Produktion vollständig anlief. Eisenerz, Tagebau, begrenzt aktiv nach Neustart durch Kaunis Iron (2018). Die kurze Geschichte von Pajala ist ein Beispiel für die Volatilität der Rohstoffmärkte und die Risiken hochkapitalisierter Bergbauprojekte.

8. Norberg Eisenerz (Västmanland)

Norberg war ein wichtiges Eisenerz-Zentrum des mittelschwedischen Bergbaureviers; Bergbau ab dem 14. Jahrhundert. Eisenerz, Untertage und Tagebau, aktiv bis in die 1970er Jahre. Das Norberg Mining Museum zeigt die Geschichte der Verhüttungstechnik vom mittelalterlichen Stückofen bis zum modernen Hochofen.

9. Boliden (Västerbotten)

Die Stadt Boliden im nördlichen Schweden gab dem heutigen Bergbaukonzern Boliden AB ihren Namen: Hier wurde 1924 das erste Gold entdeckt, das den Aufbau des Unternehmens ermöglichte. Gold, Kupfer, Zink, Untertage und Tagebau, aktiv bis 1967, heute Museum. Das Boliden Mine Museum zeigt die frühe Geschichte des nordskandinavischen Goldbergbaus.

10. Sunnerö und Bergslagen (Mittel-Schweden)

Die Bergslag-Region (Bergslagen) in Mittel-Schweden war das historische Herzstück des schwedischen Eisenerz- und Buntmetallbergbaus. Zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert entstanden hier Hunderte von kleinen Minen, Hochöfen und Hammerwerken. Eisen, Kupfer, Silber, Untertage und Tagebau, historisch. Die Bergslag-Kulturroute verbindet über 70 Erbestätten in Dalarna, Värmland und Örebro.

Reisen zu schwedischen Bergbaustandorten

Falun liegt zwei Stunden von Stockholm, ist gut erschlossen und eignet sich ideal als Einzeltag. Kiruna erfordert einen Nordlandflug oder den Nachtzug; die Kombination Mine + Verlegung der Stadt ist einzigartig. Sala, Norberg und Långban sind als Wochenend-Bergbau-Route durch Bergslagen kombinierbar.

Alle Standorte auf der Karte

Schwedens Bergwerke sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Die Konzentration in Bergslagen und die nördlichen Eisenerz-Minen in Norrbotten bilden zwei klar erkennbare Cluster.