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Die zehn wichtigsten Bergwerke Norwegens: Vom Kongsberger Silber bis zur Spitzbergen-Kohle

Das norwegische Bergbau-Erbe wird von zwei UNESCO-Stätten dominiert: den Silbergängen von Kongsberg und der Kupferlandschaft Røros. Beide gehören zu den eindrucksvollsten europäischen Bergbau-Denkmälern überhaupt. Doch das Bild ist breiter — bis hinauf zur Polarregion, wo Spitzbergens Kohle die letzten Reste der norwegischen Förderwirtschaft bildet. Zehn Standorte fassen das ganze Spektrum zusammen.

Silberbergwerke Kongsberg

Gegründet 1623 unter König Christian IV. förderten diese königlichen Silbergänge im Laufe ihrer Geschichte rund 1,35 Millionen Kilogramm Silber. Die Christian-Stoll-Grubenbahn fährt rund 2,3 Kilometer in den Berg hinein; die Einfahrt zur Kongens Gruve ist ein eigenes Erlebnis und führt zu Schächten, die bis auf über 1.000 Meter hinabreichen.

Kupfergruben Røros (UNESCO)

Eine hölzerne Bergbaustadt in Mittelnorwegen, 1980 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Erhalten sind Tagebauspuren, Schmelzhüttenruinen und ein städtisches Ensemble von 1646. Die Holzhäuser, die Schmelze, die schwarze Schlackehalde — ein vollständiges historisches Bergbaupanorama.

Olavsgruva, Røros

Der tiefste zugängliche Teil des Røroser Kupferfeldes. Geführte Einfahrt bis auf 50 Meter Tiefe; die unterirdische Halle wird wegen ihrer ungewöhnlichen Akustik gelegentlich für Konzerte genutzt.

Sulitjelma-Mine, Nordland

Ein arktisches Kupfer-Pyrit-Feld, das 1991 geschlossen wurde. Heute Museum und seltenes Beispiel arktischer Industriearchäologie — Bergbau in einem Klima, in dem die Förderung jährlich nur sieben bis acht Monate möglich war.

Folldal Verk

Eine Kupfer-, Zink- und Schwefelmine des 18. Jahrhunderts in Ostnorwegen, heute ein ausgedehntes Freilichtmuseum mit erhaltenen Hütten, Stollen und einem rekonstruierten Bergmannsdorf.

Løkken Verk

Eine Südtrøndelag-Kupfer-Pyrit-Mine mit erhaltenem Bergbaudorf von 1654. Geführte Touren werden weiterhin von ehemaligen Bergleuten durchgeführt — eine direkte Verbindung zur lebenden Industrieerinnerung.

Gruve 3, Spitzbergen

Eine erhaltene Kohlenmine auf dem arktischen Archipel Spitzbergen, mit Einfahrt in Permafrost-Stollen in der Nähe von Longyearbyen. Eine der nördlichsten zugänglichen Bergbau-Erfahrungen der Welt.

Knaben Molybdän-Mine

Eine im Zweiten Weltkrieg von der RAF 1943 bombardierte Molybdän-Mine; das Bergwerk lieferte das strategisch wichtige Stahllegierungs-Element der deutschen Rüstung. Erhalten als Tagebau-Ruine mit kleinem Museum.

Modum Blaafarveværk

Ein Kobaltbergwerk und Pigmentwerk aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe von Drammen. Das berühmte Kobaltblau, das hier hergestellt wurde, färbte Wedgwood-Porzellan und Delfter Kacheln in ganz Europa.

Bjørkåsen Gruver, Ofoten

Eine Pyrit-Mine bei Narvik mit erhaltenen Tagebau-Anlagen an einem steilen Fjordhang. Spektakuläre Lage, weniger besucht als die großen UNESCO-Stätten.

Reiseplanung

Eine sinnvolle Tour kombiniert Oslo, Kongsberg, Modum Blaafarveværk und Røros über eine Woche. Wer die arktischen Standorte — Sulitjelma, Bjørkåsen, Spitzbergen — einbeziehen will, sollte zwei Wochen einplanen und Flüge ab Bodø oder Tromsø organisieren. Die Spitzbergen-Reise verlangt eine eigene Vorbereitung.

Weiter entdecken

Alle hier genannten Standorte sind auf der interaktiven Karte eingetragen, mit Hinweisen zur Saison-Erreichbarkeit und Barrierefreiheit.